Was ist der
FairKauf Zion?

Der FairKauf Zion ist der gemeindeinterne „Weltladen“ der Zionsgemeinde. Hier werden fair gehandelte Waren angeboten.

Unser
Angebot

Lebensmittel aller Art, z.B. Kaffee, Tee, Schokolade, Gewürze, Honig, Reis, Quinoa, Naschereien, etc. Dazu ein kleines, aber feines Sortiment von Non-food-Artikeln.

Unsere Öffnungszeiten

Einkauf ist immer eine halbe Stunde vor und nach dem Gottesdienst für Besucher unserer Gemeindever-anstaltungen und nach Absprache möglich.

Teilansicht des FairKauf Zion

Nach methodistischer Tradition und Überzeugung hat unser Glaube stets Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Lebendiger Glaube zeigt sich darin, dass wir Gottes Plan für die Welt versuchen, zu erkennen und konkret zu leben. Dass wir uns bemühen dazu beizutragen, dass Gottes Schöpfung bewahrt wird, dass Ressourcen nicht verschwendet und zerstört, sondern zu einem lebenswerten Leben eingesetzt werden. Dass alle Menschen ausreichend materielle und strukturelle Möglichkeiten haben, um ein Leben in Frieden, Würde, Solidarität und Gerechtigkeit zu leben. Dass in all unserem Handeln und Unterlassen etwas von der Liebe Gottes zu seiner Schöpfung und den Menschen sichtbar wird.

Und so ist es eine ganz natürliche Folge, dass es in unserer Gemeinde auch eine Möglichkeit gibt, Produkte aus Fairem Handel zu erwerben. Mit unserem FairKauf Zion unterstützen wir zum einen ein faires und gerechtes Handelssystem und setzen ein Zeichen gegen die häufigen ungerechten Handelsstrukturen in unserem Alltagsleben. Zum anderen teilen wir durch das Spenden der Überschüsse an diakonische Projekte unseren Reichtum mit anderen Menschen.

Der FairKauf Zion hält ein breites Sortiment fair gehandelter Lebensmittel und Haushaltsartikel aus dem „non food“-Bereich für Sie bereit. Mit dem Verkauf fair gehandelter Waren innerhalb unserer Gemeinde wollen wir sicherstellen, dass die Produzenten angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden und ihr Leben in Würde und sozialer Sicherheit leben können. Im Fairen Handel wird auf eine gerechte Bezahlung und Sicherheit am Arbeitsplatz geachtet, es wird auf ausbeuterische Kinderarbeit verzichtet und in immer mehr Bereichen werden die Waren ökologisch angebaut und hergestellt.

Der FairKauf Zion hat regelmäßig eine halbe Stunde vor und nach dem Gottesdienst geöffnet. Zusätzlich können Sie auch bei anderen Gelegenheiten wie zum Beispiel während des Gemeindebasars oder vor und nach anderen Sonderveranstaltungen bei uns einkaufen. Gerne informieren wir Sie über unsere Produkte oder beantworten Ihnen Ihre Fragen zum Fairen Handel.

Unsere Gemeinde achtet auch im alltäglichen Gemeindeleben darauf, regionale oder fair gehandelte Produkte zu verwenden. So sind wir zum Beispiel als Gemeinde bei der Aktion „2000 Gemeinden trinken fair“ von „Brot für die Welt“ beteiligt. Die Überschüsse des FairKauf Zion fließen ausschließlich in Spenden für aktuelle Projekte der EmK-Weltmission, für die Katastrophenhilfe von „Brot für die Welt“ oder vergleichbare Zwecke.

Fairer Handel – was ist das?

In den heutigen Handelsstrukturen und dem Versuch, möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, ist oft ein Geflecht aus ungerechten Handelsbeziehungen entstanden. Große Firmenkonglomerate auf der einen Seite, die die Regeln und Preise aufgrund ihrer Macht und Größe diktieren können. Und einzelne Personen oder Gruppen auf der anderen Seite (meist in den Ländern, aus denen die Rohstoffe herstammen, die von den Großkonzernen gekauft und weiterverarbeitet und verkauft werden), die von diesen Großkonzernen abhängig sind und sich nach deren Spielregeln richten müssen.

So sind ungerechte Handelsstrukturen entstanden, die kaum einer mehr durchblickt, unter denen aber sehr viele Menschen leiden müssen.

Der Faire Handel versucht zum einen, dieses Geflecht sichtbar zu machen und aufzuzeigen, wo Ungerechtigkeiten stattfinden. Und er versucht ganz konkret, andere Wege aufzuzeigen, wie es anders gehen könnte.

Kriterien des Fairen Handels (fair trade)

1. Alle Beteiligten (Produzenten und Händler) sind gleichberechtigte Partner

  • Gleiches Mitbestimmungsrecht
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Direkteinkauf ohne Zwischenhändler, die ihrerseits versuchen, möglichst viel Gewinn herauszuziehen, in dem sie zum Beispiel Notlagen von Kleinbauern ausnutzen

2. Zahlung eines fairen Preises, der zwischen allen Beteiligten ausgehandelt wird

  • Der Preis muss mindestens die Produktionskosten decken
  • Zahlung eines Preises oberhalb des Weltmarktpreises, den die Produzenten in ihrem lokalen Kontext als akzeptabel und für ein würdevolles Leben als ausreichend ansehen
  • Der Preis muss Spielraum lassen für Entwicklungs- und Gemeinschaftsaufgaben (die Produzenten sind oft zum Beispiel in kleinen Genossenschaften organisiert, die aus den Gewinnen dann Dinge wie Brunnen, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen im Dorf finanzieren)
  • Frauen und Männer werden für gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt
  • Es wird ein Zeitraum fest vereinbart, innerhalb dessen bezahlt wird
  • Preisaufschläge für biologischen Anbau

3. Alle Beteiligten an den Handelsbeziehungen (also Produzenten und Händler) halten bestimmte soziale und ökologische Standards ein

  • Keine ausbeuterische Kinderarbeit
  • Die Produktionsweise darf weder Mensch noch Umwelt schädigen
  • Organisationsformen, die die Bereicherung Einzelner verhindern (oft Genossenschaften)
  • Bei Bedarf zinsgünstige Kredite oder Vorfinanzierung (z.B. um erst einmal Saatgut oder Setzlinge für den Anbau zu erwerben)
  • Keine gentechnisch hergestellten Produkte
  • Beratung der Produzenten (z.B. zu Anbaumethoden, Umstellung auf biologischen Anbau, Produktentwicklung, Preiskalkulation o.ä.)

Konkret heißt das zum Beispiel:

  • Gleiches Mitbestimmungsrecht: Im „normalen“ Geschäftsleben setzt sich der Stärkere durch und diktiert die Bedingungen. Der Faire Handel setzt hier bewusst einen anderen Akzent. So wird zum Beispiel der Mindestpreis, der unabhängig von tieferen Weltmarktpreisen auf jeden Fall an die Produzenten bezahlt wird, einvernehmlich vereinbart.
  • Direkteinkauf möglichst ohne Zwischenhändler. Zwischenhändler versuchen, möglichst viel Gewinn herauszuziehen, in dem sie zum Beispiel Notlagen von Kleinbauern ausnutzen und oft Preise unter den Selbstkosten der Produzenten durchsetzen. Außerdem ermöglicht der Direkteinkauf einen persönlichen Kontakt. So kann gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und der gemeinsame Handel weiterentwickelt werden.
  • Keine Dumpingpreise, sondern Preise, von denen die Produzenten ausreichend leben können und die dem Wert einer Ware entsprechen. Das gilt für die Bezahlung der Milch bei unseren heimischen Milchbauern (regional), für regionales und saisonales Obst und Gemüse, genauso wie für artgerecht gehaltene Hühner (bio) oder für Produkte wie Kaffee oder Bananen (Fairtrade).
  • Keine ausbeuterische Kinderarbeit. Es geht hier um Arbeit, mit denen Kinder ihrer Gesundheit stark schaden, um Tätigkeiten, die gefährlich und unfallträchtig ist, die die seelische Entwicklung von Kindern behindert, oder die keinen Freiraum mehr lässt zu Schulbesuch und Freizeit – nicht um Mitarbeit in der Landwirtschaft oder in der Gastronomie wie sie auch in Deutschland in eingeschränktem Umfang üblich ist. Keine ausbeuterische Kinderarbeit kann bedeuten: Unsere Pflastersteine oder Grabsteine stammen nicht aus einem der zahlreichen indischen oder chinesischen Steinbrüche, in denen Kinder arbeiten. Das Siegel Xertifix garantiert, dass keine Kinder unter 15 Jahren beim Abbau der Steine beteiligt waren. Oder beim Thema Kakaoabbau: Wir genießen Schokolade aus Kakao, der ohne Macheten schwingende Kinder geerntet wurde. Die Siegel „Fairtrade“, „WFTO“ bzw. die Firmen „GEPA“, „Weltpartner“, „El Puente“ u.ä. garantieren uns Kakaoabbau ohne ausbeuterische Kinderarbeit. Auch in der Bekleidungsindustrie heißt Verzicht auf ausbeuterische Kinderarbeit zum Beispiel: Wir tragen T-Shirts, bei denen nicht Kinder die Baumwolle gepflückt haben. Die Siegel „Fair Wear Foundation“ oder „Fairtrade“ garantieren uns, dass keine Kinder auf den Baumwollplantagen ausgebeutet wurden.
  • Schutz und Erhalt einer gesunden Umwelt und Natur. Zum Beispiel durch kurze Transportwege von Produkten, die bei uns angebaut werden (regional und saisonal). Zum Beispiel durch Anbauformen, die ohne giftige Pestizide auskommen, die den Menschen, der Natur und dem Lebensmittel schaden (Bio, regional, Fair-trade).
  • Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Erhalt von Arbeitsplätzen – das gilt in heimischer Landwirtschaft und Handwerk (regional) genauso wie in fernen Ländern (Fairtrade). Die Förderung einer zukunftsfähigen Landwirtschaft und Sicherung der regionaltypischen Landschaftsstrukturen und Anbauformen – das gilt in unserem Umfeld (regional, bio) ebenso wie in fernen Ländern (Fairtrade, bio).
  • Die Produktionsweise darf weder Mensch noch Umwelt schädigen. Der faire Handel gibt eindeutige Kriterien vor – bei Pestizideinsatz, Müllentsorgung, Arbeitsschutzmaßnahmen, etc.
  • Keine gentechnisch hergestellten Produkte. Fairtrade-Produkte verzichten prinzipiell auf gentechnisch veränderte Lebensmittel und Saatgut. Damit wird die Sortenvielfalt geschützt und der Erhalt eines funktionsfähigen Ökosystems gefördert. Durch den Verzicht auf gentechnisch hergestellte Patente wird ein wichtiger Beitrag zur Armutsbekämpfung gemacht, denn gentechnisch verändertes Saatgut ist teuer und macht von großen Produzenten abhängig.
  • Organisationsformen, die die Bereicherung Einzelner verhindern, werden gefördert. Fairtrade steuert bewusst gegen die Giganten des globalen Handels, die nach streng marktwirtschaftlichen Prinzipien ihre Interessen durchsetzen und oft sogar weitgehend unabhängig vom aktuellen Weltmarktpreis agieren können. Es werden Kleinbauern und Zusammenschlüsse von Kleinbauernfamilien in Genossenschaften gefördert. Die Organisationsform der Genossenschaft, in der sich Kleinbauern zusammenschließen können, ermöglicht ihnen, dass sie nicht nur an Anbau und Ernte beteiligt sind, sondern auch an Einnahmen durch Verkauf und an der Verwendung des Erlöses (Beteiligung an der gesamten Wertschöpfungskette). Genossenschaftliche Arbeit ist langfristig angelegt, minimiert die Möglichkeiten der Bereicherung Einzelner und fördert die lokale Entwicklung einer Region. Laut Weltagrarbericht kann die Ernährungssicherheit durch genossenschaftliche Organisationsformen in der Landwirtschaft wesentlich besser sichergestellt werden als durch agro-industrielle Landwirtschaft.
  • Einhaltung bestimmter sozialer und ökologischer Standards, bei Bedarf Vorfinanzierung, Beratung der Produzenten. Bei der Kreditvergabe zählen nicht in erster Linie die Gewinnerwartungen der Käufer, sondern es wird darauf geachtet, dass Kredite und Vorfinanzierung sozialverträglich und machbar für die Produzenten sind. Die Risiken werden nicht alleine auf die Produzenten abgeladen, sondern fair geteilt.

Kontrollen im Fairen Handel

Es gibt inzwischen eine ganze Anzahl von Siegeln (Label), die eine Bewertung für den Kunden vornehmen, damit er das Produkt oder eine Gruppe einschätzen kann. Eine sehr gute Zusammenstellung über die Siegel und ihre Glaubwürdigkeit findet man unter: www.ci-romero.de.

Glaubwürdige Siegel, die zum Beispiel signalisieren, dass ein Produkt wirklich die Kriterien des Fairen Handels einhält, sind zum Beispiel:

Das Fairtrade-Siegel wird zum Beispiel von einem Zusammenschluss verschiedener Organisationen vergeben, die

  • die Kriterien des Fairen Handels gemeinsam erarbeitet haben (und damit an der Umsetzung auch interessiert sind)
  • sich gegenseitig kontrollieren
  • die auf eine hohe Transparenz und Nachvollziehbarkeit achten
  • die ein von ihnen unabhängiges Gremium beauftragt hat, die die Umsetzung der Siegelkriterien regelmäßig kontrollieren
  • die regierungsunabhängig sind
  • die selbst nicht mit Waren handeln, also keinen finanziellen Nutzen aus dem Verkauf der Waren ziehen

Eine Liste der Mitglieder des Transfair-Vereins findet man unter: https://www.fairtrade-deutschland.de/service/ueber-transfair-ev/wer-wir-sind/mitgliedsorganisationen-foerderer.html

In unserem FairKauf Zion finden Sie vor allem Produkte reiner Fairtrade-Handelspartner, also Produkte von Unternehmen, die zu 100 % nur fair gehandelte Produkte vertreiben. In Deutschland sind dies hautsächlich:

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere Informationen zum FairKauf Zion erhalten wollen!

Angelika und Markus Hunger für den FairKauf Zion,

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